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Zentrale Orte in der Region Donau-Iller

Was sind Zentrale Orte?

Durch die Festlegung von Zentralen Orten soll eine ausgewogene Verteilung von Infrastruktur und öffentlichen sowie privaten Einrichtungen geschaffen und dadurch das Ziel der gleichwertigen Lebensverhältnisse verwirklicht werden. Dabei soll die Versorgung der Menschen mit Waren und Dienstleistungen in zumutbarer Entfernung gesichert werden. Es ist somit eines der wichtigsten Instrumente der Landes- und Regionalplanung, das in den Raumordnungsplänen festgesetzt wird und der Sicherung der Grundversorgung vor allem in dünn besiedelten ländlichen Räumen dient.

Das System ist hierarchisch in Oberzentren, Mittelzentren, Unter- und Kleinzentren (bzw. Grundzentren) gegliedert. Die in Raumordnungsplänen ausgewiesenen Zentralen Orte übernehmen neben der Versorgung ihrer Einwohner zusätzlich Versorgungs- und Entwicklungsfunktionen für die Bevölkerung in ihrem Verflechtungsbereich.

Unter- und Kleinzentren (bzw. Grundzentren) bilden die unterste Hierarchiestufe und werden in den Regionalplänen ausgewiesen. Ihre Aufgabe ist es, den täglichen Bedarf der Bevölkerung zu decken und damit eine Grundausstattung an öffentlicher und privater Infrastruktur anzubieten. Dazu zählen u.a.:

  • Hauptschule
  • Arzt
  • Apotheke

Das Landesentwicklungsprogramm Bayern sieht ab September 2013 die Ausweisung von Grundzentren vor. In der Region Donau-Iller bleiben aufgrund der grenzüberschreitenden Situation die Unter- und Kleinzentren jedoch erhalten.

Im Vergleich dazu sind Mittelzentren zentrale Orte, welche der Deckung des gehobenen periodischen Bedarfs dienen. Sie werden durch die Landesplanung ausgewiesen. Neben der Rolle als Versorgungszentrum für ihren Mittelbereich, sind sie auch Arbeitsmarktzentrum für ihren Verflechtungsbereich. Folgende Einrichtungen sind für Mittelzentren deshalb von Bedeutung:

  • weiterführende Schulen
  • Krankenhäuser
  • vielseitige Einkaufsmöglichkeiten

Die höchste Zentralitätsstufe, die Oberzentren, wird ebenfalls durch die Landesplanung ausgewiesen und sie dienen der Deckung des spezialisierten Bedarfs der Bevölkerung einer ganzen Region. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, ist u.a. nachfolgende Infrastruktur typisch:

  • Fachhochschulen/ Universitäten
  • Spezialkliniken
  • Großkaufhäuser

 

Wer legt Zentrale Orte fest?

Die Zuständigkeiten für die Ausweisung des Zentrale-Orte-Systems in Bayern und Baden-Württemberg liegen gemäß Landesplanungsgesetze für die Klein- und Unterzentren (bzw. Grundzentren) bei den jeweiligen Regionalen Planungsverbänden bzw. Regionalverbänden. Die Unter- und Kleinzentren werden in den Regionalplänen festgesetzt.

Orte höherer Zentralitätsstufe (Mittelzentren und Oberzentren) werden in Bayern von der Obersten Landesplanungsbehörde, dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie festgelegt. In Baden-Württemberg werden die Zentralen Orte höherer Ordnung im Landesentwicklungsplan und damit von der Obersten Landesplanungsbehörde (Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg) festgelegt.

Welche Kriterien gelten für die Einstufung als Zentraler Ort?

Für die Ausweisung der Unter- und Kleinzentren durch die Regionalplanung gilt, dass sie nach Bedeutung und Eigenart ihrer jeweiligen Aufgaben eingestuft werden sollen. Um dies zu bewerkstelligen, beinhaltete das LEP Bayern bisher eine Auflistung von Zentralitätskriterien die durch ein Klein- bzw. Unterzentrum erfüllt werden müssen, um im Regionalplan ausgewiesen zu werden. Dieser Katalog ist mit der Fortschreibung des LEP Bayern jedoch entfallen.

Es finden sich im Landesentwicklungsprogramm Bayern und im Landesentwicklungsplan Baden-Württemberg jedoch weiterhin Einwohnerschwellenwerte, die für die Ausweisung von Klein- und Unterzentren in der Regionalplanung Anwendung finden:

 Baden-Württemberg:

  • Unterzentrum mind. 10.000 Einwohner
  • Kleinzentrum mind. 8.000 Einwohner (bei einer Einwohnerdichte unter 50% des Landesdurchschnitts im Mittelbereich mind. 3.500 Einwohner)

Bayern:

  • Unterzentrum mind. 10.000 Einwohner
  • Kleinzentrum mind. 5.000 Einwohner

Nach dem LEP Bayern liegt die Schwelle für ein Grundzentrum bei 7.500 Einwohnern.

Welche Zentrale-Orte gibt es in der Region Donau-Iller?

In der Region Donau-Iller sind von den Obersten Landesplanungsbehörden der Länder Baden-Württemberg und Bayern momentan zwei Oberzentren sowie fünfzehn Mittelzentren festgesetzt worden. Überdies ergänzen weitere 17 Unterzentren und 30 Kleinzentren das Netz der Zentralen Orte in der Region Donau-Iller. Folgend eine Aufstellung der Ober-, Mittel-, Klein- und Unterzentren in der Region:

  Baden-Württemberg Bayern
Oberzentren Ulm (mit Neu-Ulm) Neu-Ulm (mit Ulm), Memmingen
Mittelzentren Alb-Donau-Kreis Blaubeuren/Laichingen, Ehingen Lkr. Günzburg Burgau,Günzburg/Leipheim, Ichenhausen, Krumbach
Lkr. Biberach Biberach, Laupheim, Riedlingen Lkr. Neu-Ulm Illertissen, Senden/Vöhringen, Weißenhorn
Lkr. Unterallgäu Bad Wörishofen, Mindelheim
Unterzentren Alb-Donau-Kreis Blaustein, Dietenheim, Dornstadt, Erbach, Langenau, Munderkingen Lkr. Günzburg Jettingen-Scheppach, Thannhausen
Lkr. Biberach Bad Buchau, Bad Schussenried, Erolzheim/Kirchdorf a. d. Iller, Ochsenhausen Lkr. Neu-Ulm Nersingen
Lkr. Unterallgäu Babenhausen, Bad Grönenbach, Ottobeuren, Türkheim
Kleinzentren Alb-Donau-Kreis Allmendingen, Illerkirchberg/Staig, Lonsee/Amstetten, Schelklingen Lkr. Günzburg Burtenbach, Kötz, Offingen, Ursberg, Ziemetshausen
Lkr. Biberach Eberhardzell, Ertingen, Langenenslingen, Rot a. d. Rot, Schemmerhofen, Schwendi, Uttenweiler Lkr. Neu-Ulm Altenstadt, Bellenberg, Buch, Elchingen, Pfaffenhofen a. d. Rot
Lkr. Unterallgäu Boos, Dirlewang, Erkheim, Ettringen, Kirchheim i. Schwaben, Legau, Markt Rettenbach, Markt Wald/Tussenhausen, Pfaffenhausen

Letzte Änderung: 18.10.2017